Gute Bildung – sozial und gebührenfrei

Kinder und Jugendliche zu fördern ist eine Investition in die Zukunft. Bildung ist ein Grundrecht und muss daher gebührenfrei sein. Die Verbesserung der Betreuungs- und Bildungsangebote ist ein Gebot der sozialen Gerechtigkeit. Durch die frühzeitige und gleiche Förderung aller Kinder können sowohl soziale Barrieren abgebaut werden als auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter und Väter erleichtert werden. Die Linke tritt deshalb für kostenfreie, inklusive und öffentliche Bildungseinrichtungen von der KITA bis zur Hochschule ein. Stadt und Landkreis haben Verantwortung für Schulen und Kinderbetreuung. Bildungsgerechtigkeit in Ganztagesschulen und mehr Inklusion an Schulen sind nur möglich mit mehr Lehrer- und Erzieherinnenstellen.

Baden-Württemberg ist ein Land der Vielfalt auf dem Fundament der Grundrechte. Zu Toleranz und Weltoffenheit gehören für uns auch die Akzeptanz sexueller Vielfalt und selbstbestimmter Lebensentwürfe. Diese Akzeptanz soll sich auch in Bildungsplänen wiederfinden. Wir haben kein Verständnis für den Inhalt und Geist der Online-Petition „Zukunft-Verantwortung-Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens.“. Wir sind der Ansicht, dass Erziehung zur Toleranz eine wichtige Aufgabe unserer Bildungseinrichtungen ist. Dazu gehört für uns auch der tolerante Umgang mit sexueller Vielfalt und unterschiedlichen Lebensentwürfen. Das hat nichts mit „pädagogischer, moralischer und ideologischer Umerziehung“ zu tun, wie es in der Online-Petition heißt – sondern mit Menschenrechten und Demokratie.

Die Linke streitet für:

• den raschen Ausbau von Kindertagesstätten sowie die Beitragsfreiheit von Kindertagesstätten und Kindergärten. Was Heilbronn kann, kann Tübingen auch: kostenfreie Betreuung und Bildung für unsere Kinder!
• ein kostenfreies und gesundes Mittagessen für Kindergarten- und Schulkinder
• die Teilnahme der Tübinger Schulen am Schulobstprogramm der EU, damit alle Tübinger Schüler täglich in den Genuss von frischen Früchten kommen
• den zügigen und flächendeckenden Ausbau von Ganztagesschulen mit zusätzlichen gebührenfreien Angeboten im musischen, sportlichen und künstlerischen Bereich in Zusammenarbeit mit Tübinger Vereinen und der Musikschule als städtischem Eigenbetrieb
• die barrierefreie Umgestaltung aller Bildungs- und Betreuungseinrichtungen
• eine Garantie durch den Kreis, die Schulbegleitung für Kinder, die den Schulbesuch nicht selbständig bewältigen können, zu finanzieren bis zur rechtlichen Klärung der Zuständigkeiten mit dem Land. Der Rechtsstreit darf nicht auf dem Rücken von Eltern und Kindern ausgetragen werden. Die Linke sieht das Land bei dieser Aufgabe in der Pflicht.
• den weiteren Ausbau der Schulsozialarbeit an allen Schulen sowie von Sprachförderprogrammen für alle Kinder, die hierfür Bedarf haben
• eine kostenfreie Schülerbeförderung. Die momentane Situation, dass Schülerinnen und Schüler mehr als dreimal so viel für ihre Fahrkarten bezahlen wie Studierende, können wir nicht akzeptieren
• die Verlängerung der Verfügungszeiten für Erzieherinnen und Erzieher. Die Kürzung aus dem Jahr 2010 muss zurückgenommen werden.
• die Rücknahme der Regelung, dass Erzieherinnen und Erzieher in der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) auf den Personalschlüssel angerechnet werden
• die Verbesserung des Personalschlüssels in KITAs. Hierbei dienen uns die von der Gewerkschaft ver.di eingebrachten Eckpunkte für ein neues KITA-Gesetz, die eine Verbesserung des Angebots für die Kinder und für die Arbeitssituation der Erzieherinnen bedeuten
• mehr Lehrerstellen, damit alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Begabung gefördert werden können
• Gemeinschaftsschulen, als Schritt hin zum Ziel „Eine inklusive Schule für alle“.