Als Neuling etwas bewegen

Linke Foto - Gotthilf Lorch 3-4Mittwochsspalte des Stadtrats der LINKEN Tübingen, Gotthilf Lorch. Erschienen im „Schwäbischen Tagblatt“ vom 1. April 2015:

Als Neuling im Gemeinderat ist es erst einmal nicht einfach. Viele Vorlagen sind zu lesen, viele Termine zu bestreiten, und dann auch noch endlose Ausschüsse zu bewältigen, da diese von vier auf drei gekürzt wurden. Aber gleichzeitig ist es ein sich lohnendes und spannendes Geschäft. Bekommt man doch viel mit und kann so manches mit beeinflussen. Spannend auch, man weiß manchmal nicht, wie etwas enden wird. So ist zum Beispiel sehr gut, dass die Kindergartenrochade am Saiben nicht durchgeführt wird, wirklich bedauerlich aber, dass mit der kleinen Containerlösung dank der Sparpolitik von Grünen und SPD die Platznot bei der Ludwig-Krapf-Schule vorprogrammiert wurde.

Auch eine angemessene Bezahlung für ErzieherInnen sowie MitarbeiterInnen im Sozialdienst ist uns wichtig. Es kann nicht hingenommen werden, das hochwertige, qualifizierte Erziehungsarbeit in Kitas und Schulen etc., die auch noch meist von Frauen ausgeführt werden, immer noch schlechter bezahlt werden als zum Beispiel Kfz-Mechaniker. Die Linke hat aber auch gerne der längst überfälligen Gehaltserhöhung der Leiterin des Fachbereichs Familie, Schule, Sport und Soziales zugestimmt, um auch hier die Ungleichheiten in der „Chefetage“ auszugleichen.

Bereits im Februar startete Andrea Pfanner vom CeBeeF Tübingen eine Briefkampagne an die Tübinger Fraktionen und Verwaltung. Anlass ist das ehemalige Kino Löwen, das im Moment in keinster Weise barrierefrei zugänglich ist, aber schon lange für diverse kulturelle Veranstaltungen genutzt wird. Es schließt also Menschen mit Behinderungen noch für eine lange, ungewisse Zeit kulturell aus. Gleichzeitig gab es letztes Jahr einige Pannen bezüglich der Barrierefreiheit, so bemerkte die Verwaltung erst durch Nachhaken, dass FrozziFrutti in der Karlstraße den geforderten barrierefreien Zugang nicht gemacht hatte oder das jetzige Cafe Ludwigs in der Uhlandstraße ganz früher einmal barrierefrei zugänglich war. Bei Besitzerwechsel in Gaststättenbetrieben wird Barrierefrei in der Regel auch nicht eingefordert. Ich rede hier „nur“ von Kultur und „Genuss“, nicht einmal von den wirklich wichtigen Dingen im Leben (Arztpraxen, Pflastersteine etc.).

Dennoch: mit Blick auf die Möglichkeiten zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und auch den Anstrengungen, die die Stadt Tübingen hierfür bereits macht, lohnt sich der eingangs erwähnte Aufwand allemal und macht auch viel Spaß!

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