Vorlage 504/2026
Tübingen, den 22.02.2026

Betreff: Beschränkung des Dauerbetriebs der Spitzen‑ und Reserveheizzentrale Mühlbachäcker auf höchstens zwei Jahre bis zur Inbetriebnahme der Großwärmepumpe am Klärwerk

Antrag
Der Gemeinderat beschließt:

  1. Die Stadtwerke Tübingen betreiben die Spitzen‑ und Reserveheizzentrale Mühlbachäcker nach Fertigstellung höchstens für einen Zeitraum von zwei Jahren im Dauerbetrieb mit mehreren tausend Stunden Laufzeit pro Jahr. Der Dauerbetrieb endet mit der Inbetriebnahme der Großwärmepumpe am Klärwerk, die spätestens im Jahr 2029 erfolgen soll.
    Entsprechend der Aussage der Stadtwerke Tübingen soll das Gasheizwerk nach der Inbetriebnahme der Großwärmepumpe am Klärwerk im Jahr 2029 ausschließlich als Spitzen- und Reserveheizzentrale betrieben werden mit “wenigen hundert Betriebsstunden pro Jahr”.
  2. Sollte eine hiervon abweichende Nutzung von den Stadtwerken in Betracht gezogen werden, ist der Gemeinderat so frühzeitig zu informieren, so dass er darüber beraten und entscheiden kann.
  3. Die Stadtwerke Tübingen berichten dem Gemeinderat regelmäßig über den Betrieb und die Betriebsstunden der Spitzen- und Reserveheizzentrale Mühlbachäcker, sowie über Fortschritte beim Ausbau der erneuerbaren Wärmeerzeugung. Dies betrifft auch den geplanten Betrieb der bisher fossil betriebenen Wärmeerzeugungsanlagen mit klimaneutralen Gasen wie Biogas oder Wasserstoff.

Begründung:
Der Bau der Spitzen‑ und Reserveheizzentrale Mühlbachäcker befindet sich bereits in einem fortgeschrittenen Planungsstadium: Die Gebäude‑ und Technikplanung ist abgeschlossen, das Baugesuch sollte mittlerweile bereits genehmigt worden sein und der Baubeginn ist höchst wahrscheinlich schon erfolgt, während die Inbetriebnahme für September 2027 geplant ist. Da der Ausbau erneuerbarer Energien – insbesondere die noch nicht fertiggestellte Großwärmepumpe am Klärwerk – nicht mit der erforderlichen Geschwindigkeit voranschreitet, soll das Heizwerk zunächst als temporäre Lösung zusätzliche Versorgungspotenziale schaffen, um den Bedarf im Quartier Mühlbachäcker zu decken.

Das Klimaschutzprogramm „Tübingen klimaneutral 2030“ verlangt jedoch die Beendigung der Nutzung fossiler Energieträger und die Umstellung der Wärmenetze auf 100 % erneuerbare Energien, sodass ein langfristiger Dauerbetrieb eines fossilen Kraftwerks diesen Zielsetzungen widerspricht. Nach eigener Aussage der Stadtwerke Tübingen soll die Anlage nach der Inbetriebnahme der Großwärmepumpe am Klärwerk im Jahr 2029 ausschließlich als Spitzen- und Reserveheizzentrale betrieben werden. Perspektivisch soll dies dann auch mit grünem Wasserstoff geschehen, so dass ein klimaneutraler Betrieb möglich ist.
Die beantragte Regelung dient der Klarstellung und Absicherung der vorgesehenen Nutzung und stellt sicher, dass Gemeinderat und Öffentlichkeit frühzeitig informiert werden, falls von der angekündigten Betriebsweise doch abgewichen werden sollte.

Tübingen, den 22.02.2026
Für die Fraktion Klimaliste: Matthias Feurer
Für die Fraktion Tübinger Liste: Thomas Unger
Für die Fraktion Die Linke: Tom Besenfelder
Für die Fraktion DIE FRAKTION: Stefan Klepp
Für die Fraktion AL/Grüne: Benedikt Döllmann