Vorlage 506/2026
Tübingen, 02.03.2026

Interfraktioneller Antrag: Förderung der Sharing-Möglichkeiten von privater Ladeinfrastruktur für Elektromobilität

Die Stadtverwaltung wird beauftragt, ein Konzept zur Förderung der Sharing- Möglichkeiten von privater Ladeinfrastruktur für Elektromobilität zu entwickeln und zeitnah umzusetzen.
Dabei sollen insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:

  1. Informations- und Beratungsangebot intensivieren:
    Eigentumsparteien von Privatgrundstücken sollen aktiv über technische Optionen, rechtliche Rahmenbedingungen, Vernetzungsmöglichkeiten, Förderprogramme und Geschäftsmodelle von Wallbox-Sharing informiert werden. Interessierte sollen bei der Stadtverwaltung zentrale Informationsangebote und Ansprechpersonen finden. Mit einer laufenden Informationskampagne wird geteilte Ladeinfrastruktur in und um Tübingen sichtbar gemacht und in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.
  2. Rechtliche und organisatorische Unterstützung leisten:
    Wer seine Ladeinfrastruktur mit anderen teilen möchte, soll dabei von der Stadt umfassende Unterstützung erhalten. Dies geschieht neben dem Beratungsangebot durch die Bereitstellung von Mustervereinbarungen und Leitfäden zu Haftung, Abrechnung, Zugangsregelungen und Kostenaufteilung.
    Die Umsetzung von technischen Lösungen zum Laden mit privaten Wallboxen auf Parkflächen im öffentlichen Raum (z.B. über sogenannte “Chargearms”) wird von der Stadtverwaltung unterstützt und ermöglicht. Damit die geteilte Ladeinfrastruktur in und um Tübingen für alle niederschwellig nutzbar ist, kooperiert die Stadt zum Beispiel mit geeigneten Sharing-Plattformen.
  3. Finanzielle Anreize setzen:
    Im Rahmen ihrer Möglichkeiten fördert die Stadt Bausteine der Ladeinfrastruktur, die gemeinschaftliches und netzdienliches Laden ermöglichen, z.B. Wallboxen, die ausdrücklich mehreren Nutzenden dienen, intelligente Lastmanagement-Systeme oder PV-Kopplung.

Begründung
Das E-Mobilitätskonzept der Stadt Tübingen “Tübingen e-mobil” bescheinigt der privaten Ladeinfrastruktur eine zentrale Bedeutung bei der Mobilitätswende und begrüßt ausdrücklich bürgerliches Engagement zum Teilen privater Ladeinfrastruktur.
Da die längste Verweildauer von E-Autos unter anderem daheim besteht, muss genau hier auch ausreichend Ladeinfrastruktur bereitstehen. Dabei gilt für Pkw wie für Ladepunkte gleichermaßen: Nicht jeder Haushalt benötigt einen eigenen, der im Durchschnitt über weite Teile des Tages ungenutzt bleibt. Durch Sharing-Angebote von privaten Wallboxen werden die verfügbare Ladeinfrastruktur erhöht und der Hochlauf der Elektromobilität unterstützt, während zugleich auf vielen Ebenen Ressourcen effizient eingesetzt oder sogar eingespart werden. Energieinfrastruktur und Netze werden entlastet, Lösungen im Bestand effizienter genutzt und Netzwerke in Nachbarschaft und Quartier initiiert bzw. gestärkt.

Für die Fraktion AL/Grüne: Benedikt Döllmann
Für die SPD-Fraktion: Gerhard Neth
Für die Fraktion Klimaliste: Matthias Feurer
Für die Linke-Fraktion: Tom Besenfelder