
Dr. Emanuel Peter, Stadt- und Kreisrat der Linken, Rottenburg
Die Fata Morgana von Einzelfallprüfung und ,sicheren Herkunftsländern‘ löst sich in Luft auf: Laut Auswärtigem Amt herrschen in libyschen Lagern „KZ-ähnliche“ Zustände mit Erschießungen und Folter. In Tunesien konnte der IS 5000 Jugendliche rekrutieren, die der Arbeitslosigkeit entkommen wollten. In Afghanistan steigt laut UNHCR die Zahl der getöteten oder verwundeten Zivilisten auf Rekordniveau, ein Viertel davon Kinder. Der Protest von Tausenden Flüchtlingsinitiativen gegen die willkürlichen Sammelabschiebungen wächst bundesweit. Sieben Bundesländer führen sie sechs Monate lang nicht durch. Feige versteckt sich das grün-schwarze Stuttgart hinter der Bundesregierung, während der „harte“ Strobl gezielt Integration zerstört und Helfende abschreckt.
Statt Anträge zu verschleppen, muss die Integration auf allen Ebenen beschleunigt werden, durch vielfältige Initiativen wie Asyl-Cafés und den Garten der Begegnung (Rottenburg). Oder durch die Erlaubnis von Arbeits- und Ausbildungsverträgen wie dem Leuchtturmprojekt der Firma Häfele (Nagold). Sie bildet zwölf Flüchtlinge aus neun Ländern zu Fachlageristen aus. Trotz Verträgen sollen jetzt zwei von ihnen abgeschoben werden.