
Wir setzen einen Kontrapunkt und fordern, dass die Abfallabfuhr im gesamten Landkreis rekommunalisiert wird. Wer sich über hohe Sozialkosten beklagt, darf über die Gründe nicht schweigen: Lohnverlust und höhere Kosten für Lebenshaltung. Die Mietpreise liegen in Tübingen 35 Prozent über dem Durchschnitt. Welcher Müllbeschäftigte kann das zahlen? Laut Bericht der Tübinger Wohngeldstelle ist die Zahl der berechtigten Haushalte im Juni auf 1353 gestiegen. Die Wohngeldzahlungen sind über die Hälfte rauf. Auch Familien mit mittlerem Verdienst sind auf Hilfen angewiesen. Um der Antragsflut zu begegnen, mussten neue Stellen geschaffen werden.
Die Folgekosten schlagen in den Kommunen zurück. Niedriglöhne und überhöhte Mieten schaffen so ihre eigene Subventionsdynamik. Die Bürgermeister sollten mehr Klassenkampf wagen, statt bei Lanz Krokodilstränen über die Notlagen der Städte und Gemeinden zu vergießen. Wir Linken fragen: Wo bleiben die versprochenen Strompreissenkungen für Privathaushalte? Wer schickt Lehrkräfte über die Ferien wieder zum Arbeitsamt? Wer wirbt überall für die Bundeswehr, aber verhindert eine bundesweite Ausbildungskampagne für Erzieherinnen? Wir Linken wollen einen Verzicht auf Steuergeschenke an Milliardäre. Statt Umstellung auf Kriegswirtschaft fordern wir eine Senkung der Rüstungsausgaben und mehr Investitionen in Kommunen. Ihnen allen wünsche ich schöne Urlaubstage und den Betroffenen einen höheren Mindestlohn.
